Sowohl Eltern, als auch Kindern liegt eine ungewöhnliche und schwere Zeit zuvor. Eltern nicht nur vor die Herausforderung des „Homeoffice“ gestellt, sondern sollen nebenbei auch noch ihre Kinder betreuen und diese so gut es geht beim Lernen und beim Bearbeiten der Aufgaben unterstützen.
Wir haben uns bei zwei Lehrerinnen erkundigt, wie diese das E-Learning betreiben und welche Tipps sie für Eltern beim Homeschooling bereit haben.

Erfahrungsbericht einer Englischlehrerin

An meiner Schule in Niederösterreich wird Großteils über die Homepage der Schule gearbeitet. Für jede Klasse und jedes Fach wurde ein eigener Ordner angelegt, wo alle Lehrpersonen Materialien und Arbeitsaufträge online stellen können. Jeder von uns hat auch von Zuhause aus Zugriff auf diesen Ordner und kann die Inhalte aktuell halten. Auch die Kinder können auf die Ordner ihrer Klasse zugreifen und sich alle nötigen Materialien beschaffen. Meine Kollegen und ich haben vorab ein Lehrplan für zwei Wochen vorbereitet, welchen die Schüler bis zu einem gewissen Zeitpunkt abarbeiten müssen. Wir stehen mit den Schülern und auch Eltern über SchoolFox oder E-Mail in Kontakt und sind für Rückfragen immer zu bestimmten Zeiten verfügbar. Auch zusätzliche Hilfs- oder Übungsmaterialien stellen wir hier bereit. Die Schüler senden uns über diese Medien die bearbeiten Aufgaben, welche wir kontrollieren und wieder zurücksenden. Meiner Ansichten nach Funktioniert diese Form des E-Learnings sowie die Kooperation mit den Eltern und Kindern reibungslos.

Erfahrungsbericht einer Mathematiklehrerin

Derzeit versuche ich meinen Unterricht so gut es geht in Form des E-Learnings weiterzuführen. Hierfür verwende ich das Programm Microsoft Teams, welches über alle wichtigen Tools verfügt und das E-Learning sehr erleichtert. Ich stelle meinen Schülern weiterhin Schulübungen mit Beispielen und Erklärungen zur Verfügung, welche ich handschriftlich auf dem Tablet vorbereitet habe. Zusätzlich bekommen sie viermal wöchentlich Arbeitsaufträge, welche sie von Zuhause aus bearbeiten sollen. Die Aufgaben kommen jeweils immer um 7:45 Uhr online und sorgen für eine gewisse Regelmäßigkeit. Zu jedem Auftrag erstelle ich ein kurzes Erklärungsvideo mit den wichtigsten Informationen und stelle dieses ebenso auf die Plattform. Die fertigen Schulübungen und durchgerechneten Aufgaben werden von den Schülern anschließend abfotografiert und hochgeladen. Am nächsten Tag erhalten sie meine Korrekturen. Kommen Fragen auf, können sie mich jederzeit im Chat kontaktieren. Mittlerweile hat sich die Umstellung auf E-Learning eingestellt und klappt einwandfrei.

5 Tipps für ein erfolgreiches Homeschooling

 

  • Einen Zeitplan erstellen: Ein genauer Zeitplan ist für ein effektives Homeschooling unumgänglich. Teile den Tag deines Kindes genau ein und leg fixe Lernzeiten fest. Dies schafft nicht nur einen regelmäßigen Tagesablauf, sondern auch Effizienz.
  • Einen Wochenüberblick erstellen: Eine gewisse Regelmäßigkeit ist auch im Wochenablauf wichtig. Erstelle einen groben Plan, wann welche Inhalte und Programmpunkte an der Ordnung sind. Achte dabei darauf, dass die Lernzeiten immer zu denselben Uhrzeiten eingeteilt werden.
  • Unterstütze dein Kind: Im gewöhnlichen Schulalltag bekommen dein Kind den Lehrstoff von pädagogisch und didaktisch geschulten Personen vorgetragen, welche sich im selben Raum befinden und sofort zur Verfügung stehen. All das ist nun nicht gegeben und dein Kind ist Großteils auf dich angewiesen. Demnach greife deinem Kind unter die Arme, bearbeite gemeinsam die Aufträge und fordere regelmäßige Lernzeiten ein.
  • Nimm Hilfe an: Es ist keine Schande hin und wieder bei den Lehrpersonen nachfragen zu müssen. Seien es inhaltliche Fragen zu einem Thema oder didaktische Fragen zur Herangehensweise eines Lernprozesses – die Lehrer deines Kindes stehen nicht ohne Grund für jegliche Fragen zur Verfügung. Nutze diese Hilfsangebote und erleichtere dir und deinem Kind den neuen Schullalltag!
  • Ruhe bewahren: Die aktuelle Situation ist keine gewöhnliche und stellt dich vor neue Herausforderungen. Nun ist es wichtig Ruhe zu bewahren und geduldig zu bleiben. Denn denke daran: Das was dein Kind gerade lernt, musstest du auch erst erlernen. Nur wenn für dich etwas klar und logisch klingt, heißt das noch lange nicht, dass dasselbe für dein Kind gilt. Dein Nachwuchs verfügt lang noch nicht über dieselben Vorerfahrungen wie du. Also, hör deinen Kindern genau zu, wo sie Hilfe benötigen und erkläre die Inhalte ganz langsam und Schritt für Schritt.

Wir wünschen viel Erfolg für die Homeschooling Aktivitäten!